Sprachförderbedarf in sozial benachteiligten Stadtteilen nimmt zu

Der Sprachstand von Kindern und geeignete Sprachfördermaßnahmen waren in den letzten Wochen wiederholt Thema in Beiträgen des Bremer Weser-Kuriers.

Dabei wurde klar, dass der Anteil der Kinder mit Sprachförderbedarf insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen seit Jahren zunimmt und sich die Problematik nun durch die Corona-Pandemie weiter verschärft hat.[1] In den entsprechenden Stadtteilen hat inzwischen die Mehrheit der Kinder Nachholbedarf und die Rufe nach mehr Personal, um grundsätzlich kleinere Gruppen bilden zu können, werden lauter.[2] Bildungssenatorin Bogedan kündigte ein Gesamtkonzept ihrer Behörde zur Sprachförderung an.[3]

Ausführlich hat sich zuletzt Prof. Dr. Anja Starke von der Universität Bremen (Fachbereich Inklusive Pädagogik – Schwerpunkt Sprache) in einem Interview zu dieser Thematik geäußert. Sie hob insbesondere folgende Punkte hervor:

  • Die Aussagekraft der bisherigen Testverfahren (Cito, Primo) zu den sprachlichen Kompetenzen ist nicht geklärt; unser Ansatz: MITsprache setzt ein evaluiertes Sprachstandserhebungsverfahren ein.
  • in benachteiligten Stadtteilen gibt es einen deutlich höheren Sprachförderbedarf; unser Ansatz: In der Regel wird MITsprache genau dort implementiert.
  • der Faktor Eltern/Familie spielt eine große Rolle bei der kindlichen Sprachentwicklung, daher muss es hier deutlich mehr Angebote geben, die die Eltern entsprechend unterstützen; unser Ansatz: Eine Säule von MITsprache ist die sozialpädagogische Elternarbeit.
  • es braucht mehr Sprachexperten in den Kitas, um mit der Förderung möglichst frühzeitig anzusetzen; unser Ansatz: Die MITsprache-Fortbildung liefert den Förderkräften auch sehr viele Hintergrundinformationen z. B. zum kindlichen Erst- und Zweitspracherwerb, zu sprachförderlichem Verhalten allgemein u.ä.

Quellen

[1] Vgl. Sara Sundermann: Schwere Zeiten für Bremer Vorschulkinder https://www.weser-kurier.de/bremen/in-der-pandemie-viele-hilfen-fuer-bremer-vorschulkinder-fehlen-doc7fjuoi1qwask8hyyc8h (25.04.21) und Sara Sundermann: Jedes zweite Bremer Kind hat Sprachdefizite, https://www.weser-kurier.de/bremen/jedes-zweite-bremer-kind-hat-sprachdefizite-doc7fyca25f6ldip1mdjju (26.05.21)

[2] Vgl. Sara Sundermann: Massive Probleme – Kommentar zur Sprachförderung; https://www.weser-kurier.de/bremen/sprachprobleme-sind-fuer-bremer-kinder-ein-massives-problem-doc7fjuolbvxrd1jympwck3 (26.04.21)

[3] Vgl. Sara Sundermann: Jedes zweite Bremer Kind hat Sprachdefizite, https://www.weser-kurier.de/bremen/jedes-zweite-bremer-kind-hat-sprachdefizite-doc7fyca25f6ldip1mdjju (26.05.21)

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