Neue Sprachfördermethode an Berliner Brennpunktschulen

150 Kinder werden in diesem Schuljahr in Kindertagesstätten und Grundschulen des Bezirks Mitte vom neuen Sprachförderprogramm MITsprache profitieren, das gemeinsam vom Sprachförderzentrum Berlin-Mitte und der Stiftung Fairchance getragen wird. Das Programm zeichnet sich unter anderem durch seine durchgängige Sprachförderung von der Kindertagesstätte bis zum Ende des zweiten Schulbesuchjahres aus und bindet dabei die Eltern aktiv ein. Die ständige wissenschaftliche Begleitung ermöglicht die kontinuierliche Verbesserung des Programms. Das Förderprogramm wurde vor einem Jahr mit 62 Schülern an fünf Grundschulen in Berlin-Gesundbrunnen erfolgreich gestartet. Die Förderung wird nunmehr verdreifacht und auch auf Kindertagesstätten ausgeweitet.

Dr. Verena Schöwel, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Fairchance: "MITsprache hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern unabhängig von ihrer Herkunft durch den Erwerb der deutschen Sprache Chancengleichheit zu ermöglichen. Wie groß der Bedarf ist, zeigte sich schon in der Startphase. Die Nachfrage der Schulen war so groß, dass sie nicht befriedigt werden konnte. Bis zum Jahr 2016 sollen 600 Kinder in das Förderprogramm einbezogen werden."

Die enge Zusammenarbeit von staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen ist Grundlage des Erfolgs. Das Projekt wurde von der Stiftung Fairchance konzipiert und wird in Kooperation mit dem Sprachförderzentrum Berlin-Mitte durchgeführt. Dr. Christian Hanke, Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte: "Das Sprachförderzentrum begrüßt und unterstützt die Initiative der Stiftung Fairchance im Rahmen des Projekts MITsprache und freut sich über die erfolgreiche und vertrauensvolle Kooperation."

"MITsprache ermöglicht Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsländern die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse. Dies geschieht spielerisch in Kleingruppen", erläutert Projektleiterin Katrin Baumhöver. Als Besonderheit von MITsprache nennt sie die durchgängige Sprachförderung von der Kita bis zum Ende der Schulanfangsphase, so werden Brüche vermieden und der Übergang von Kita in Schule fließend gestaltet. Ebenso ist die Einbeziehung und Unterstützung der Eltern während der gesamten Laufzeit durch einen projekteigenen Sozialpädagogen eine der Voraussetzungen für den Erfolg. LehrerInnen und ErzieherInnen erhalten regelmäßige intensive Fortbildungen. Das Programm ist wissenschaftlich erarbeitet, wird kontinuierlich praxisnah weiterentwickelt und zudem wissenschaftlich evaluiert.

Beim Wettbewerb "Ideen für die Bildungsrepublik" – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung – wurde MITsprache unter die Preisträger gewählt und darf sich nun "Bildungsidee" nennen. MITsprache hat bereits viele Unterstützer gefunden. Dazu zählen Joachim Löw, Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Norbert Bisky, Bildender Künstler, Werner Gegenbauer, Präsident von Hertha BSC, und Prof. Dr. Dr. h.c. Sahin Albayrak, Gründer und Leiter des DAI-Labors, Forschungslabor der TU Berlin.

Die 2009 gegründete Stiftung Fairchance engagiert sich im Bereich Sprach- und Integrationsförderung. Das Sprachförderzentrum Berlin-Mitte wurde durch das Bezirksamt Berlin-Mitte und die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ins Leben gerufen. Hier werden Fachkompetenzen zu frühkindlicher Sprachförderung gebündelt.

"Wir erhalten viele Nachfragen von Bildungseinrichtungen in ganz Berlin, die gerne in das Projekt aufgenommen werden wollen", so Dr. Verena Schöwel. Um das Projekt langfristig auszubauen und noch mehr Schulen und Kitas aufnehmen zu können, nimmt die Stiftung Fairchance gerne Spenden an: Stiftung Fairchance, BHF Bank, Konto-Nr. 70 078 449, BLZ 100 202 00.

Ansprechpartner: 

Anna-Maria Bodmer
Stiftung Fairchance
Grüntaler Straße 7
13357 Berlin

Tel: 030 / 49988110
Mob: 0177 / 3382882
E-Mail: anna.bodmer@stiftung-fairchance.org