Startschuss: Unser Sprachförderprogramm „MITsprache“ läuft im Januar an mehr als zehn neuen Schulen an

Teamfoto Stiftung Fairchance - Aufholpaket bmfsfj

Die Pandemie hat die ohnehin tiefen Gräben in puncto Bildungsgerechtigkeit und sozialer Ungleichheit in Deutschland noch einmal beträchtlich vertieft. Kinder von Familien, die wirtschaftlich schwächer dastehen, werden auf diesem Wege weiter abgehängt, weil viele von ihnen auf beengten Verhältnissen leben, technisch schlecht ausgestattet sind oder nicht die sprachlichen Fähigkeiten besitzen, auf sich allein gestellt Hausaufgaben zu bearbeiten. Eine repräsentative Studie der Robert-Bosch-Stiftung aus dem letzten September belegt, dass mittlerweile mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler deutliche Lernrückstände aufweist. Laut der Untersuchung besonders betroffen sind Kinder aus ärmeren Familien, oftmals mit Migrationsgeschichte. Der Bedarf an Sprach- und Integrationsförderung ist also gewaltig.

Umso mehr freut sich die Stiftung Fairchance, bekannt zu geben, dass wir nun in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Rahmen ihres Förderprogramms „Auf!leben – Zukunft ist jetzt“ beginnen, unser Sprachförderprogramm „MITsprache“ an Schulen in Hamburg und Berlin auszusteuern. Bereits in dieser Woche fällt der Startschuss und die dortigen Bildungseinrichtungen werden mit den entsprechenden Lehrmaterialien versorgt. Die großzügige Förderung durch die DKJS ermöglicht es darüber hinaus, noch eine große Zahl neuer Einrichtungen mit aufzunehmen: Allein in Hamburg werden wir die Menge der teilnehmenden Schulen mindestens verdreifachen. Bereits jetzt ist es uns möglich, zusätzlich mehr als 230 Kinder zu fördern und dadurch bis zum Ende des Jahres 2022 rund 20.000 Kinder-Förderstunden durchzuführen – ein großartiger Erfolg, der uns alle noch stärker motiviert.

Alexander Wolf, Geschäftsführer der Stiftung Fairchance, zeigt sich hocherfreut: „Wir sind erleichtert, jetzt endlich dort helfen zu können, wo unsere Hilfe am meisten benötigt wird. Die Schulen erhalten „MITsprache“ ohne eigenen finanziellen und administrativen Aufwand, sie können sich also ganz auf die inhaltliche Arbeit mit den Kindern konzentrieren. Besonderer Dank gilt dabei der DKJS und unseren anderen Förderpartnern: Eleven, Aqtivator, Affirmative und der Stockhausen Stiftung. Ohne ihre Unterstützung könnten wir nicht auf diesem Niveau agieren.“

Unser Dank gebührt aber ebenso den politisch und institutionell befassten Akteuren. Erst die tatkräftige Unterstützung durch zahlreiche Senatsmitglieder und Schulaufsichten hat es uns ermöglicht, „MITsprache“ im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und seine Inanspruchnahme durch eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen in Gang zu setzen. Dabei kann sogar schon eine einmalige Förderung positive Langzeiteffekte bewirken: Sämtliche Materialien und das Wissen um die Förderung bleiben auch nach dem Auslaufen des Programms zur weiteren Verwendung an den Schulen, um nachhaltige Bildungserfolge zu sichern.

Um die mit der steigenden Zahl an Kooperationen zunehmende Arbeit zu schultern, hat sich die Stiftung Fairchance personell vergrößert. So wurde das MITsprache-Team um weitere Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler verstärkt. Hierzu wiederum Alexander Wolf: „In den kommenden Wochen und Monaten wird es einiges zu tun geben. Die Kooperationen mit den Schulen in Hamburg und Berlin sind nur der Anfang. Wir werden mittelfristig auch mit Standorten in Nordrhein-Westfalen und Bremen kooperieren.“
Sollte auch Ihre Bildungseinrichtung Interesse an der Einführung von „MITsprache“ hegen, aber erst jetzt erst von unserem Programm erfahren haben, besteht kein Grund zur Sorge: Sie können auch weiterhin gerne mit uns in Kontakt treten und die bestehenden Möglichkeiten mit uns erörtern. Alle relevanten Informationen finden Sie auf der von uns zu diesem Zweck eingerichteten Webseite.

Wir freuen uns sehr darauf, von Ihnen zu hören!